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Kommissionierung im Lager: Methoden und Optimierung

Die Kommissionierung ist einer der wichtigsten Prozesse in der Intralogistik und besteht darin, Produkte entsprechend einer Kundenbestellung aus dem Lager zu entnehmen. In der Praxis bedeutet dies die Auswahl der entsprechenden Artikel aus verschiedenen Lagerorten sowie deren Vorbereitung für den weiteren Versand.

Dieser Prozess kommt in nahezu jedem Lager vor – von kleinen Handelsunternehmen bis hin zu großen Distributionszentren. Je nach Betriebsgröße kann er manuell oder unter Einsatz fortschrittlicher Technologien durchgeführt werden. In diesem Artikel stellen wir die Kommissioniermethoden sowie Möglichkeiten zu deren Optimierung vor – viel Spaß beim Lesen!

Welche Bedeutung hat die Kommissionierung?

In den von WDX realisierten Projekten zeigt sich, dass gerade die Kommissionierung am häufigsten über die Leistungsfähigkeit des gesamten Lagers entscheidet – sowohl bei einfachen Systemen als auch bei fortschrittlichen automatisierten Anlagen.

Eine effiziente Kommissionierung ist für das Funktionieren eines Unternehmens von zentraler Bedeutung, da sie direkten Einfluss hat auf:

  • die Auftragsabwicklungszeit
  • das Serviceniveau gegenüber dem Kunden
  • die Betriebskosten
  • die Anzahl von Fehlern bei Versandprozessen

In der Praxis bedeutet dies, dass ein gut konzipierter Kommissionierprozess die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens erheblich steigern kann.

Welche Kommissioniermethoden gibt es?

Je nach Lagergröße, Produktsortiment und Anzahl der Bestellungen werden unterschiedliche Kommissioniermethoden eingesetzt. Jede hat ihre Vor- und Nachteile, weshalb eine Anpassung an die jeweilige Tätigkeit entscheidend ist. In der Praxis hängt die Auswahl der richtigen Methode von vielen Faktoren ab, wie z. B. der Anzahl der Aufträge, der Umschlagshäufigkeit der Waren oder dem verfügbaren Lagerraum.

WDX unterstützt Kunden bei der Auswahl optimaler Lösungen – von einfachen manuellen Systemen bis hin zu fortschrittlichen Technologien wie Pick-by-Light und Pick-by-Voice, die in WMS-Systeme integriert sind.

Manuelle Kommissionierung

Die manuelle Kommissionierung ist die einfachste Form der Auftragsabwicklung. Die Mitarbeitenden nutzen Papierlisten oder einfache mobile Geräte.

Vorteile:

  • geringe Implementierungskosten
  • hohe Flexibilität

Nachteile:

  • höhere Fehlerquote
  • geringere Effizienz
  • längere Auftragsbearbeitungszeiten

Diese Methode eignet sich vor allem für kleinere Lager.

Pick-by-Voice

 Pick-by-Voice ist eine Kommissioniermethode, die auf Sprachkommunikation zwischen dem Mitarbeiter und dem Lagerverwaltungssystem basiert. Der Mitarbeiter ist mit einem Headset ausgestattet und erhält sprachgesteuerte Anweisungen, die ihn Schritt für Schritt durch den Kommissionierprozess führen.

Das System ist in das Lagerverwaltungssystem (WMS) integriert und ermöglicht eine bidirektionale Kommunikation – der Mitarbeiter empfängt nicht nur Anweisungen, sondern bestätigt deren Ausführung auch per Sprache.

Dadurch entfällt die Notwendigkeit, Papierlisten oder Handgeräte zu verwenden, und der Mitarbeiter kann sich vollständig auf die Ausführung der Aufgabe konzentrieren.

Die wichtigsten Vorteile von Pick-by-Voice:

  • Arbeiten mit freien Händen und ohne Blick auf einen Bildschirm
  • Erhöhung der Effizienz und Verkürzung der Kommissionierzeit
  • deutliche Reduzierung von Fehlern
  • Verbesserung der Ergonomie und Arbeitssicherheit

Zusätzlich ermöglicht dieses System die laufende Überwachung des Auftragsfortschritts sowie eine einfache Integration mit anderen Lagerprozessen.

In der Praxis bedeutet dies, dass das Lager schneller, präziser und mit geringeren Betriebskosten arbeiten kann.

Pick-by-Light

Pick-by-Light ist ein Kommissioniersystem, das auf Lichtsignalen basiert und den Mitarbeitenden zum richtigen Lagerort führt. An den Lagerplätzen sind Lichtmodule installiert, die anzeigen, wo und in welcher Menge Ware entnommen werden soll.

Nach Eingang eines Kommissionierauftrags leuchten die entsprechenden Anzeigen bei den richtigen Produkten auf, und der Mitarbeitende bestätigt die Entnahme per Knopfdruck. Dadurch ist der Prozess schnell, intuitiv und reduziert das Fehlerrisiko.

Das Pick-by-Light-System ist eine der beliebtesten Alternativen zu sprachbasierten Lösungen und besonders effektiv in Umgebungen mit einer hohen Anzahl wiederkehrender Prozesse.

Vorteile:

  • sehr hohe Kommissioniergeschwindigkeit
  • hohe Genauigkeit und Minimierung von Fehlern
  • intuitive Bedienung und kurze Einarbeitungszeit
  • einfache Kontrolle der Auftragsabwicklung

Diese Lösung eignet sich besonders für Lager, in denen:

  • Lärm die Sprachkommunikation erschwert
  • Geschwindigkeit und Präzision entscheidend sind
  • eine große Anzahl ähnlich strukturierter Aufträge abgewickelt wird

Zusätzlich lässt sich das Pick-by-Light-System gut mit Lagerverwaltungssystemen (WMS) integrieren, was eine laufende Überwachung und Optimierung logistischer Prozesse ermöglicht.

Wie kann die Kommissionierung optimiert werden?

Eine effiziente Kommissionierung erfordert nicht immer große Investitionen – oft sind gut geplante Prozesse und eine durchdachte Arbeitsorganisation entscheidend. Den größten Einfluss auf die Effizienz haben die Bewegungswege der Mitarbeitenden im Lager sowie die Verfügbarkeit der Waren.

In der Praxis konzentrieren sich Verbesserungen auf mehrere Bereiche:

  • Verkürzung der Kommissionierwege – eine bessere Lagerstruktur reduziert unnötige Wege
  • optimale Platzierung der Produkte – z. B. ABC-Analyse zur besseren Zugänglichkeit häufig entnommener Waren
  • Bündelung von Aufträgen (Batch Picking) – Bearbeitung mehrerer Aufträge gleichzeitig erhöht die Effizienz
  • Standardisierung der Arbeitsprozesse – strukturierte Abläufe reduzieren Fehler

Eine immer größere Rolle spielt auch die Analyse operativer Daten. Dadurch können Engpässe identifiziert und gezielt Verbesserungen umgesetzt werden.

In vielen Lagern unterstützen zudem IT-Systeme wie WMS die Optimierung, indem sie eine bessere Steuerung und Überwachung des Kommissionierprozesses ermöglichen.

Mit zunehmender Auftragsmenge reichen organisatorische Maßnahmen jedoch oft nicht mehr aus. Technologien gewinnen zunehmend an Bedeutung, da sie die Mitarbeitenden unterstützen und die Kommissionierung weiter beschleunigen.

Technologien zur Unterstützung der Kommissionierung

Moderne Lager basieren immer seltener ausschließlich auf manueller Arbeit. Mit steigender Auftragszahl und wachsendem Druck auf schnelle Lieferungen nimmt die Bedeutung technologischer Lösungen zu, die den Kommissionierprozess unterstützen und Fehler reduzieren.

Richtig ausgewählte Lösungen beschleunigen nicht nur die Arbeit, sondern verbessern auch deren Qualität und ermöglichen eine bessere Kontrolle des gesamten Prozesses.

Welche Regalsysteme eignen sich für die Kommissionierung?

Das Regalsystem bildet die Grundlage des Kommissionierprozesses und beeinflusst direkt dessen Effizienz. Entscheidend ist nicht nur die Art der Regale, sondern auch deren Konfiguration und Integration in das Gesamtsystem.

Durchlaufregale zum Kommissionieren

In der Praxis werden u. a. eingesetzt:

  • Fachbodenregale – eine grundlegende Lösung für die Kommissionierung von Kleinteilen, häufig eingesetzt in Kommissionierzonen. Sie können um zusätzliche Ebenen erweitert oder je nach Umschlagshäufigkeit der Waren in Zonen unterteilt werden
  • Lagerbühnen – ermöglichen die Nutzung der Gebäudehöhe und die Schaffung mehrstufiger Kommissionierbereiche. Diese Lösung ist besonders effektiv in E-Commerce- und Distributionslagern
  • Lagerbühnen mit integrierter Fördertechnik – ermöglichen den automatischen Transport von Waren zwischen Ebenen und Lagerbereichen, wodurch die Notwendigkeit der Wege der Mitarbeitenden deutlich reduziert wird
  • Palettenregale – werden hauptsächlich als Unterstützung für die Kommissionierung (Pufferbereich) eingesetzt, aber auch bei der Kommissionierung direkt von der Palette
  • Durchlaufregale – mit Rollen ausgestattet, auf denen sich die Ware durch Schwerkraft bewegt. Diese Lösung unterstützt das FIFO-Prinzip und beschleunigt die Kommissionierung in Lagern mit hoher Umschlagshäufigkeit erheblich
  • Vertikallagersysteme (vertikale Lagersysteme) – automatisierte „Ware-zum-Mann“-Lösungen, bei denen sich die Träger im vertikalen Umlauf bewegen. Der Bediener entnimmt die Produkte von einem ergonomischen Arbeitsplatz, was die Bearbeitungszeit verkürzt und die Wege reduziert

Bei WDX werden Regalsysteme als Bestandteil des gesamten Kommissionierprozesses geplant, unter Berücksichtigung des Warenflusses sowie der Integration in die Lagerautomatisierung.

Wie kann der Kommissionierprozess automatisiert werden?

Die Automatisierung der Kommissionierung besteht in der Reduzierung manueller Arbeit durch den Einsatz von Transportsystemen und Anlagen, die einen Teil der mit der Bewegung und Vorbereitung von Waren verbundenen Prozesse übernehmen.

Automatisierung der Kommissionierzone

In der Praxis spielen dabei eine Schlüsselrolle:

  • Förderanlagen (innerbetriebliche Transportsysteme) – bilden das „Rückgrat“ eines automatisierten Lagers. Sie ermöglichen den Transport von Behältern, Kartons oder Paletten zwischen den Bereichen Kommissionierung, Verpackung und Versand und machen das manuelle Tragen von Waren überflüssig
  • Sorter – automatische Sortiersysteme, die Produkte oder Aufträge in die entsprechenden Richtungen verteilen (z. B. zu Verpackungs- oder Versandplätzen). Sie beschleunigen den Kommissionierprozess in Lagern mit hohem Auftragsvolumen erheblich
  • Shuttle-Systeme – werden für den schnellen Transport und die Lagerung von Waren in Systemen mit hoher Lagerdichte eingesetzt, häufig als Bestandteil automatisierter Kommissionierbereiche
  • mobile Roboter (AMR) – unterstützen die Bediener beim Transport von Waren zwischen den Bereichen und reduzieren so die für Wege im Lager benötigte Zeit
  • automatische Kommissioniersysteme („Goods-to-Person“) – Lösungen, bei denen die Ware direkt zum Arbeitsplatz des Bedieners gebracht wird und nicht umgekehrt. In fortgeschritteneren Systemen kann der Entnahme- und Transportprozess vollständig automatisch durch Maschinen erfolgen

In den von WDX realisierten Projekten werden diese Lösungen zu einem System integriert, das den gesamten Prozess umfasst – von der Lagerung über die Kommissionierung bis hin zum Versand (z. B. unter Einsatz automatischer Verladesysteme).

Das Ergebnis ist:

• Verkürzung der Auftragsabwicklungszeit
• Reduzierung der Fehleranzahl
• Steigerung der operativen Effizienz
• Möglichkeit zur Skalierung des Lagers mit dem Wachstum des Geschäfts

Welche Flurförderzeuge eignen sich am besten für die Kommissionierung?

In der Praxis kann die Kommissionierung in zwei Haupttypen unterteilt werden: horizontal und vertikal – und genau unter diesem Gesichtspunkt werden die entsprechenden Geräte ausgewählt.

Die horizontale Kommissionierung betrifft die Entnahme von Waren aus unteren Ebenen sowie die Bewegung im Lager. In diesem Fall werden eingesetzt:

  • Niederhubwagen
  • horizontale Kommissionierfahrzeuge

Die vertikale Kommissionierung umfasst die Entnahme von Waren aus höheren Regalebenen und erfordert den Einsatz von Kommissionierfahrzeugen mit hebbarer Bedienerplattform.

Eine besondere Lösung stellen VNA-Systemfahrzeuge (Very Narrow Aisle) dar, die trotz ihrer primären Verwendung in Hochregallagern auch in Kommissionierprozessen eingesetzt werden können. Sie ermöglichen das Arbeiten in sehr schmalen Gängen und gleichzeitig das Anheben des Bedieners sowie die Bedienung von Regalen in großen Höhen.

Dadurch ist Folgendes möglich:

  • maximale Nutzung des Lagerraums
  • Durchführung der Kommissionierung sowohl horizontal als auch vertical
  • Steigerung der Effizienz in Lagern

Die Auswahl der Fahrzeuge ist stets Bestandteil eines umfassenderen intralogistischen Projekts, bei dem die Lagerstruktur, das Regalsystem sowie die Art der Prozessdurchführung berücksichtigt werden.

Der Kommissioniervorgang mit Unterstützung von Kommissionierwagen

Zusammenfassung

Die Kommissionierung ist einer der zentralen Prozesse im Lager, der einen direkten Einfluss auf die Geschwindigkeit der Auftragsabwicklung, die Betriebskosten sowie das Niveau der Kundenbetreuung hat. Selbst geringfügige Verbesserungen in diesem Bereich können zu realen Einsparungen und einer höheren Effizienz der gesamten Lieferkette führen.

Wie die Praxis zeigt, ergeben sich die größten Vorteile aus der Kombination mehrerer Elemente: einer gut gewählten Kommissioniermethode, einer geeigneten Arbeitsorganisation sowie technologischer Unterstützung. Je nach Bedarf des Unternehmens kann es sich dabei sowohl um einfache Änderungen in der Lagerstruktur als auch um die Einführung fortschrittlicherer Lösungen handeln, wie automatisierte Systeme oder Werkzeuge zur Unterstützung der Bediener.

Mit der steigenden Anzahl von Aufträgen und den wachsenden Erwartungen der Kunden gewinnt auch die Automatisierung von Prozessen zunehmend an Bedeutung. Sie ermöglicht nicht nur eine Steigerung der Effizienz, sondern auch eine Reduzierung der Fehleranzahl sowie eine bessere Skalierung der Geschäftstätigkeit.

Es lohnt sich daher, den Kommissionierprozess regelmäßig zu analysieren und nach Optimierungspotenzialen zu suchen – insbesondere, da sich gerade in diesem Bereich häufig das größte Optimierungspotenzial im Lager verbirgt.

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